Nix darf runterfallen.

Hochbett bauen und nicht verzweifeln.

Im November bin ich in Wien in ein 10m2 Zimmer gezogen. Die Aussicht auf Geldersparnis und zwei liebe Mitbewohnerinnen ließen mich vergessen, dass das wirklich WIRKLICH klein ist. Um den Platz optimal nutzen zu können, musste ein Hochbett her. Wie man das am besten macht und dabei nicht verzweifelt – lest ihr hier.

Ein Hochbett schafft viel Raum. Man kann das „Darunter“ gut als Kleiderschrank nutzen, das „Dran“ als Ablage und Aufhängung und das „Darauf“ als Reich, in dem einen keiner stört. Und dann ist da ja noch der Rest vom Zimmer.

Zuallererst: ein Hochbett passt nicht überall hinein. Wenn oben keine Luft mehr zum Atmen bleibt, war das Zimmer zu niedrig und das Bett zu hoch. Vorher überlegen, dass die ganze Konstruktion niedrig genug bleibt, aber man trotzdem die Tür noch aufbekommt (vor allem, wenn es, wie in meinem Fall, direkt über die Tür gebaut wird).

Das Bett andübeln lässt es gar nicht mehr wackeln und sichert das Ganze superduper ab. Aufpassen und nur in tragende Wände dübeln.

Was ich sonst noch so beim Hochbett-Bauen und gleichzeitigem Wohnung-Renovieren gelernt habe:

  • Obwohl man es im Wald finden kann, kostet gut zugeschnittenes Holz viel Geld. UND: Man kann nicht in den #OBI latschen und sagen: Hey, ich plane ein Hochbett – gib mir Bretter! Das mögen die gar nicht, also wenn man unvorbereitet kommt. Lass das jemanden planen, der Ahnung hat. Der soll dir genau sagen, wie viele Bretter und wie lang, breit und dick sie sein sollen. Dann schneiden dir die das zu. Ist im #Bauhaus übrigens billiger, das Zuschneiden.
  • Fertige Hochbett-Treppen gibt es (meiner Erfahrung nach) nur im #Bauhaus. Meine ist ein bisschen hinimprovisiert. Aber hey.
  • Holz zu bearbeiten macht staubigen Dreck. Hab‘ einen Staubsauger griffbereit.
  • Altbau ist ein Arschloch. Die Wände sind schief, am Boden geht’s bergab und bergauf und man weiß nicht, wo die Leitungen verlaufen. Bei mir passte witzigerweise der Teil vom Balken, den wir absägen mussten weil zu lange (Zimmer V-förmig, na klar) genau unter den Teil, der zu niedrig war (Boden abschüssig). Was haben wir gefeiert.
  • Kurz überlegen, ob sich anders geplante Dinge ändern (Balkenlänge, etc.) – umdisponieren. Nicht verzagen. Neue Lösung finden.
  • Einen Akkuschrauber sollte man haben. Am besten den von #BlackandDecker. Der liegt gut in der Hand, ist aber nicht so schwer, dass man sofort eine Sehnenscheidenentzündung bekommt. Und er schraubt schön. Nein, sie haben mich nicht für diese Sätze bezahlt. Schade eigentlich.
  • Meine Balken sind supermassiv (Oida). 10/10er Balken (heißt einfach 10x10cm Abmessung Breite und Tiefe) hätten nicht sein müssen. Macht aber nix. Da diese Balken auch noch an drei Seiten (eine Wand ist Rigips) in die Wand gedübelt sind, wackelt nix. Die Bretter sind übrigens aus Fichte und gehobelt.
  • Überleg dir VORHER, was du da oben haben willst. Der Kerl, der mir das Bett geplant hat, hat beim letzten Mal einen Flatscreen mitgeplant. Ich mein. Dann kommt man da ja gar nicht mehr runter! Wegen dem Überlegen: Du brauchst Strom da oben. Also zumindest für Licht. Die Kabel müssen irgendwo durch. Bei mir passt, weil Altbau und alles schief, das Kabel zufällig zwischen Wand und Bett. Ich hätte es aber auch durch den Lattenrost laufen lassen können. Elegantere Lösungen vorher planen.
  • Seitdem ich auch den Lattenrost von meinem alten Bett oben drauf gelegt habe, schläft sichs besser. Das bringt’s einfach.
  • Ein Highlight war wirklich der Runterfall-Schutz. Knapp geplant, bin ich in meiner ersten Nacht irgendwann auf den Boden übersiedelt, weil ich vor lauter Panik zu fallen nicht wirklich schlafen konnte. Ich habe den Schutz dann einfach von der Höhe her verdoppelt. Jetzt sieht es zwar aus wie ein Gitterbett, aber ich schlafe auch wie ein Baby.
Der neue Schutz.

Der neue Schutz.

  • Ich fühle mich wie Gott. Göttin. Ich habe ein Regal gebaut. Ich werde nie mehr darauf ablegen als Brille/Cremetube/Lampe. Aber ich habe Holz genommen, das übrig war (Jeey Me!), habe Winkel gekauft und diese einfach angeschraubt. Ich habe in die Wand gebohrt. Dübel reingemacht. Und das Regal hängt. Zwischendurch hab ich sogar nochmal weiß nachgestrichen, damit alles schön ist und man keinen Bleistift mehr sieht (oder meine Fehler beim Dübeln).

Und noch mehr… 

  • Ein nasses Handtuch ist dein bester Freund. Finger reinwischen beim Streichen, Spachtel abwischen beim … Spachteln. Macht das Holz gleich wieder sauber, wenn man darüber in Ziegel bohrt.

    Nix darf runterfallen.

    Nix darf runterfallen.

  • Fertig Spachtel – ist der Shit. Kostet zwar einmal ca. EUR 6,00,-, ist es aber allemal wert. Geht zackig und easy und hält.
  • Wenn du streichst: Du wirst Farbe abbekommen. Immer. Es wird in deinen Haaren sein, unter den Fingernägeln, auf deinen Socken und am Rücken. Frag nicht. Zieh was Altes an.

Mein Bett hat inklusive Holz, Schrauben, Leiter, ca. EUR 330,- gekostet. Mit dem ganzen Firlefanz mit Winkel, Spachtel etc. kommen dann noch einmal ca. EUR 30,- bis EUR 50,- dazu.

Plan und Statik: Sebastian.
Aufbau und Muskelkraft: Benedikt.
Hintern halten und stützen: Teoman Cihan.

DANKE euch 1000x!!!

Gscheit reden, Bretter halten, Treppe, Fallschutz, Regal: Johanna.

Nighty Night.

Nighty Night.

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