Sauerstoff-Tourismus in der eigenen Hauptstadt.

2013-11-07 16.32.58Ob ich so Junkie-mäßig nach Sauerstoff suche, weil man es als TirolerIn gewöhnt ist immer direkt auf Natur zu schauen (geht nicht anders, steht ja da wie ein Berg-Brett vorm Kopf) und außerdem darauf Verlass ist, dass der Föhn das Tal einmal im Monat durchputzt? In einer neuen Stadt einen Ort zu finden an dem man sich erholen kann, kann sich dann auf jeden Fall als schwierig gestalten.

Neben dem Wiener Westbahnhof auf einen Stumpen setzen und das Gesicht angestrengt in die Sonne halten hilft auch eher wenig. Das liegt nicht nur am Publikum drumherum.

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Das gleiche Szenario lässt sich beliebig auf alle anderen Arbeitsstellen in der Hauptstadt umlegen – man braucht einfach Sonne und Natur um sich wirklich zu entspannen. Also ich zumindest.

Wie ich bereits berichtet habe, war die Suche nach einer Sonnenterrasse ja ein wundervoller Fail.

In solchen Fällen neige ich dazu erst einmal ganz aufzugeben…nächster Versuch wahrscheinlich: März. Außer jemand überzeugt mich vom Gegenteil.

Neu in einer Großstadt hat man immer wieder das Gefühl, täglich nur vonderArbeitzurUninachHausezumYogazumEinkaufenwiederzurArbeitwiedernachHause zu rennen.

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Es ist anstrengend, die Entfernungen sind einfach größer, meistens hat man zu viel an, weil man um sieben Uhr in der Früh schon los ist und eventuell hat man auch den Schirm vergessen und es regnet wie aus Eimern.

Ich habe mich schon dabei erwischt wie ich Menschen mit Scooter (!) in der U-Bahn-Station sehnsüchtig neidend ansehe. Ja wirklich. Es spart halt einfach Zeit.

Ganz abgesehen davon, dass es in einer Großstadt wie Wien meistens auch keine Auswirkungen auf deinen Vitamin-D Haushalt hat, WENN die Sonne scheint – man kriegt es auch nur dann mit, wenn man nach oben sieht. Wenn man nach vorne sieht könnte auch jemand einen Scheinwerfer gerade an eine gut spiegelnde Auslage halten. Hätte den gleichen Lichteffekt. Frustrierend, wenn es eigentlich schön ist, man aber nichts davon hat.

Rutsche Prater 2

Wien hat den Vorteil, dass man ziemlich schnell zu diesen sogenannten „Naherholungsgebieten“ (sehr korrekt heute) kommt.

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Mit der Straßenbahn nach Grinzing, mit der U1 an die alte Donau oder eben die Klassiker: Prater, Donauinsel, Schönbrunn.

Der Prater (Vergnügungspark) an sich hat an einem November-Nachmittag unter der Woche, an dem es zufällig nicht kalt ist, eine Stimmung wie in einem Zombie Film.

Man stelle sich vor: Windig. Keine Gäste, aber fast alle Fahrgeschäfte (wieder korrekt) offen. Fehlte eigentlich nur noch das Kind auf dem Dreirad das langsam auf mich zugefahren kommt und mich dann anstarrt. Inklusive Rostiges-Dreirad-Geräusch.

Wiener WasserwanderwegLustiges Kopfschüttelndes Durchschlendern garantiert.

Auch entdeckt: der Wiener Wasser Wander Weg (Wir Wiener Wäsche Weiber…usw. etc. pp.). Sehr zu empfehlen, auch wenn die Häuser an der alten Donau vom Wasser aus viel interessanter sind.

 

Äußerst schöne Kulisse: Natur vor UNO City. @Gänsehäufel Zet Bee.

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Wie herbeiprovoziert und wie ein kleines aber bestimmtes Tatscherl auf die Hand wegen zu viel Freude behandelt das Wetter Wien nach zwei Tagen Sonne: Nachts Nebel, dann kalt und Regen. Jetzt geht es also doch los. Ich habs verschrien.

Im Frühling dann wieder.

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